Gallery M – Arctic Inuit Fine Arts bringt als erste Galerie die zeitgenössische Kunst der Ureinwohner (indigener Volker) aus Kanada und den U.S.A. nach Wien. Galeristin Marianne Herwig zeigt wechselnde Ausstellungen von Inuit Kunst der Gegenwart aus Kanada sowie der Indianer Nordamerikas. Sie wählt die Sammlungen sorgfaltig aus; die präsentierten Künstler und Künstlerinnen haben sich in prominenten Galerien einen Namen gemacht, die Kunstwerke sind Einzel- und Sammlerstucke.
Im Herbst 2005 läuft eine Reihe von zeitgenössischer Bildhauerkunst und Grafiken von Inuit-KünstlerInnen aus verschiedenen Regionen.
Der Begriff “Zeitgenössische Bildhauerkunst der Inuit” bezieht sich auf eine breite Skala von Werken kanadischer Inuit seit den späten Vierziger-Jahren des 20. Jahrhunderts. Es ist eine faszinierende Kunstform, die ihr Entstehen und ihre Dynamik zu einen großen Teil dem Aufeinandertreffen zweier Kulturen in der heutigen kanadischen Gesellschaft verdankt: der traditionellen Inuit Kultur und der westlichen Kultur des 20. Jahrhunderts.
Die Schnitzereien haben in ihrer Schlichtheit einen Charme, eine Unmittelbarkeit und Frische, durch die sie sich von bloßen Souvenirs abheben; gleichzeitig vermitteln sie jedoch den Eindruck von Unschlüssigkeit.
Die Nachfrage nach Kunst der Inuit ist in der letzten Zeit nicht nur in Kanada und den U.S.A. sondern international ständig gewachsen. Einige prominente europäische Galerien haben regelmäßige Ausstellungen; in Berlin, Paris, London, Zürich waren sogar ältere Sammlungen und bedeutsame Ausstellungen in Museen zu sehen.
Die Inuit-Kunst der Gegenwart begann ihren Aufstieg Ende der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Damals erkannte die kanadische Regierung, dass das Kunsthandwerk der Inuit - insbesondere die Steinarbeiten - einen potentiellen Wirtschaftsfaktor für diese Menschen darstellte. In der Folge förderte die Regierung die künstlerische Arbeit und Handwerkskunst, aktiv unterstützt durch die Canadian Handicrafts Guild. In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gründeten Inuit in den meisten Siedlungen des hohen Nordens Konsumgenossenschaften (co ops) die sie selbst leiten; im südlichen Kanada entstanden Vertriebsagenturen für Inuit-Kunst. Heute bildet das Schnitzen von Skulpturen in vielen abgelegenen Inuit-Siedlungen der Arktis eine wichtige und dringend benötigte Einkommensquelle; darüber hinaus hat sich die Inuit-Kunst auf dem Kunstmarkt ein internationales Ansehen verschafft. Mittlerweile feiert bereits die zweite Generation der Inuit-Kunstschaffenden internationale Erfolge.